FMK analysiert krude Theorien über 5G

Seit einigen Wochen finden sich vor allem in den Sozialen Medien krude Theorien und Falschmeldungen zum Thema 5G:

Vögel fallen tot vom Himmel, ein Mastenwald aus zigtausenden Antennen entstünde, die noch dazu 1.000 mal stärker „strahlen“.  Und dass die WHO Mobilfunk mit 2B klassifiziert hat, muss doch wohl Warnung genug sein vor einer Technologie, von der –  glaubt man dubiosen Webseiten – absolut niemand weiß, was sie für Auswirkungen haben kann.

Das ist natürlich alles Unsinn. Deshalb hat das Forum Mobilkommunikation die gängigsten „Horrormeldungen“ einem nüchternen Faktencheck unterzogen.

Schauermärchen machen 5G gefährlich, nicht Mobilfunk an sich – sagt auch die WHO

Das Wichtigste vorweg: Das einzige, das 5G wirklich gefährlich macht, sind die Schauermärchen, die rund um das neue Übertragungsprotokoll gesponnen werden. Denn 5G ist nichts anderes als ein neues Protokoll, das den Datenfluss beschleunigt und die Latenzzeiten verkürzt. Das ändert jedoch nichts an der Übertragungstechnologie Funk, also elektromagnetische Wellen, wie sie in der Natur vorkommen und seit über 100 Jahren zur Übertragung von Informationen genutzt werden. Die Funktechnologie gehört deshalb zu den am besten erforschten Technologien überhaupt.

Das Factsheet 296 der WHO nimmt klar dazu Stellung, dass die wahre Ursache von unbestimmten Beschwerden wie Kopfweh oder Schlaflosigkeit nicht Funkwellen sind, sondern viel mehr die Angst, die mit solchen Falschmeldungen geschürt wird.

Der FMK-Faktencheck:

 

Die Vögel von Den Haag

*Seit einigen Monaten kursiert das Gerücht,  in Den Haag seien während 5G-Tests rund  300 gesunde Vögel tot vom Himmel gefallen.

FMK-Check: Das ist ein Schauermärchen, das jeder Grundlage widerspricht.  Unabhängige Rechercheplattformen haben herausgefunden, dass dieser Vorfall in den Bereich von bewussten „Fake-News“ mit dem Ziel der absichtlichen Verunsicherung zu verweisen ist. Es wurden nämlich nicht nur keine Tests durchgeführt, es sind an dem Ort, an dem das passiert sein soll, auch gar keine 5G-Antennen montiert.

Das WHO-Argument

*Die WHO hat „Mobilfunk als möglicherweise krebserregend“, also in die Klasse 2B, eingestuft.

FMK-Check: Die WHO hat „elektromagnetische Hochfrequenzfelder“ unabhängig von der Anwendung und der Sendeleistung in die Kategorie "2B" eingestuft. Das bedeutet, dass damit jede Funkanwendung und nicht nur Mobilfunk gemeint ist. Die WHO sagt klar, dass es „möglich“, aber „nicht wahrscheinlich“ ist, deshalb zu erkranken. Übrigens befinden sich in dieser Risikokategorie auch Ginkgo-Biloba, Kokosnussöl und Aloe Vera.

Kein „Antennenwald“

*Um 5G zu betreiben, wird es zigtausende, zusätzliche Antennen geben. Es entsteht ein richtiger „Antennenwald“

 

FMK-Check: In Österreich gibt es etwa 10.000 Mobilfunkstandorte. Diese Standorte sind entweder auf Gebäuden oder Masten, wie man sie in ländlichen Gebieten kennt.  Hier werden etwa 18.000 Stationen betrieben (viele Standorte werden also mehrfach genutzt). Die Anzahl der großen, weithin sichtbaren  Standorte wird sich auch in Zukunft nicht mehr signifikant erhöhen, denn in den kommenden Jahren werden sie einfach nur um- oder aufgerüstet. Zusätzlich werden entsprechend dem Kundenbedarf so genannte „Small-Cells“ angebracht, die dazu dienen, die Versorgung in urbanen Gebieten und an Verkehrsadern zu gewährleisten.

Sendeleistungen ändern sich nicht

*Es wird behauptet, 5G-Antennen seien „stark strahlend“ und die Leistung seien „bis zu tausendfach erhöht“

FMK-Check: Das ist falsch! Das Gegenteil ist der Fall: Während etwa Fernsehsender, Radiosender und Radaranlagen mit Sendeleistungen bis 500.000 (!) Watt betrieben werden, arbeiten die genannten „Small-Cells“ mit Leistungen von 0,5 (!) bis 10 Watt – das ist so wenig, dass sogar die meisten Energiesparlampen höhere Leistungen aufweisen.

Das Überwachungs-Argument

*Häufig wird das „Internet der Dinge“ (IoT), „Smart Citys“ und etwa „Automatismus“  mit der reißerisch formulierten „Totalen Überwachung“  in Verbindung gebracht

 

FMK-Check: Sämtliche  Möglichkeiten wie etwa Mitlesen von E-Mails, Chatprotokollen und  das Abfangen von versendeten Dateien (bei schlechter Verschlüsselung) ist immer schon möglich gewesen.

Ob Technologien tatsächlich zu Überwachungszwecken eingesetzt werden, obliegt der Gerichtsbarkeit, die auf Basis geltender Gesetze für jeden Fall individuell entscheiden muss, ob Beschuldigte überwacht  werden dürfen oder nicht. Das hat absolut nichts mit 5G zu tun.

Rückfragehinweis:

Gregor Wagner

Pressesprecher
Forum Mobilkommunikation – FMK
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