Wie gefährlich ist 5G?

Wie gefährlich ist 5G?

Vögel fallen tot vom Himmel. Ein noch nie dagewesenes Experiment am Menschen und der Umwelt. 5G ist gefährlicher als bisherige Mobilfunktechnologien. Besorgte Wissenschaftler appellieren an EU, den 5G Ausbau zu stoppen.
Berichte wie diese finden ungeprüft ihren Niederschlag in der persönlichen Risikoeinschätzung vieler Mitbürger – aber stimmen die Geschichten wirklich? Sind die Sorgen berechtigt?

Aus technischer Sicht: NEIN.

Viele technische Aspekte von 5G sind mit denen bisheriger Mobilfunkstandards vergleichbar: So soll 5G zunächst in Frequenzbereichen eingesetzt werden,

  • in denen bereits heute Mobilfunk betrieben wird (2-GHz Band),

  • die für vergleichbare Nutzungen vergeben sind (3,6-GHz-Band) oder

  • die solchen Frequenzbändern benachbart sind (700-MHz-Band).

Viele Erkenntnisse früherer Mobilfunkgenerationen sind auf 5G übertragbar.

Erkenntnisse aus Studien, in denen mögliche Gesundheitswirkungen elektromagnetischer Felder des Mobilfunks untersucht wurden, können daher zu einem großen Teil auf 5G übertragen werden. So war beispielsweise das Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm (DMF) so angelegt, dass dessen Erkenntnisse auch Aussagekraft für zukünftige technische Entwicklungen haben sollten. Der Frequenzbereich wurde bewusst breit gefasst und ging in einigen Studien über die aktuell für den Mobilfunk genutzten Bereiche hinaus. Innerhalb der gültigen Grenzwerte für Mobilfunksendeanlagen und bei Einhaltung der im Rahmen der Produktsicherheit an Mobiltelefone gestellten Anforderungen gibt es demnach keine bestätigten Belege auf eine schädigende Wirkung des Mobilfunks.“

[Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz, http://www.bfs.de/DE/themen/emf/mobilfunk/basiswissen/5g/5g.html;jsessionid=3019259AF89FA2AC1CFDF0164E88518F.1_cid349]

5G ist keine Revolution, sondern eine Evolution aus bisher verwendeter und verbesserter Technik.  Übertragungsform und Übertragungsmedium sind bekannt. Im ersten Ausbauschritt werden weitestgehend  bestehende Sendeanlagen genutzt und erweitert, erst später werden bedarfsorientiert sogenannte „small cells“ zur Verdichtung verbaut. Small cells werden einen ähnlichen Versorgunsgradius wie WLAN-Geräte haben und auch mit ähnlichen Sendeleistungen betrieben werden. Bitte lesen Sie auch die Broschüre „Die nächste Mobilfunkgeneration: 5G“ dazu: https://www.fmk.at/site/assets/files/44752/fmk_factsheet_2018.pdf

Und aus gesundheitlicher Sicht?

Die internationalen und nationalen Personenschutzgrenzwerte mit ihrem hohen Vorsorgefaktor 50 gelten selbstverständlich auch für diese neu genutzten Frequenzbereiche.

In Österreich sind die Personenschutzgrenzwerte der OVE-Richtlinie OVE/ÖNORM R 23-1 „Elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder im Frequenzbereich von 0 Hz bis 300 GHz - Teil 1: Begrenzung der Exposition von Personen der Allgemeinbevölkerung“[1] verbindlich anzuwenden. Diese enthalten einen Sicherheitsfaktor von 50, um auch spezielle Personengruppen wie Ältere, Kranke, Schwangere usw. in ausreichendem Maß zu schützen

Diese Grenzwerte sind in Österreich verbindlich heranzuziehen - es gibt mehrere Gesetze, die diesen Bereich regeln (z.B. TKG - Telekommunikationsgesetz) und zu deren Einhaltung diverse Regulatorien und Normen herangezogen werden.

Aussagen, dass es in Österreich einen rechtsfreien Raum und keine verbindlichen Grenzwerte für den Hochfrequenzbereich (z.B. Mobilfunk) gibt, sind daher falsch. Das Nichtvorhandensein eines expliziten Gesetzes wie beispielsweise das Bundesimmissionsschutzgesetz (Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge, Durchführungsverordnung 26. BImSchV) in Deutschland ist irrelevant, denn die OVE-Richtlinie R 23-1  als Teil österreichischen Regelsystems ist verbindlich heranzuziehen.

Die Personenschutzgrenzwerte basieren auf dem anerkannten wissenschaftlichen Kenntnisstand, der regelmäßig von nationalen und internationalen Gremien einer Überprüfung unterzogen wird. Zu diesen Überprüfungen werden alle (!) verfügbaren Studien auf ihre Qualität hinsichtlich Design und Durchführung geprüft und die Ergebnisse reevaluiert, zuletzt durch:

  • SCENIHR (beratendes Wissenschaftsgremium der EU-Kommission) per 6.3.2015, mit dem Ergebnis, dass keine Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunk unterhalb der Grenzwerte der WHO erwartbar ist. Die Zusammenfassung in Deutsch findet sich hier: http://ec.europa.eu/health/scientific_committees/docs/citizens_emf_de.pdf

  • Überprüfung der ICNIRP-Personenschutzgrenzwerte: die öffentliche Konsultationsphase per 9.10.2018 beendet wurde. In dieser Phase konnten alle interessierten Parteien ihre Stellungnahmen einbringen. Die Grenzwerte im Bereich des Mobilfunks wurden unverändert belassen.

  • In Österreich führt diese Bewertungen jährlich der Wissenschaftliche Beirat Funk durch (jüngst: 2018), der umfassend interdisziplinär zusammengesetzt ist. Die Ergebnisse können hier abgerufen werden: http://www.wbf.or.at/wbf-expertenforum/expertenforum-2018/expertenkonsens-2018/

Aktuelle Studienergebnisse

Aktuelle Studienergebnisse finden keine Belege für eine Zunahme von Krebsfällen, wie sie aufgrund kritischer Studienergebnisse zu erwarten wären.
In der Schweiz führte ein Forscherteam um Dr. Röösli eine Metastudie zur Langzeitverwendung von Mobiltelefonen und bestimmten Gehirntumoren durch:
‘In summary, current evidence from all available studies including in vitro, in vivo, and epidemiological studies does not indicate an association between MP use and tumors developing from the most exposed organs and tissues. Given the large amount of research on this topic, any potentially undetected risk is expected to be small from an individual perspective and might concern long latency periods (>15 years), rare brain tumor subtypes, and MP usage during childhood. To address such small risks, high-quality research with accurate exposure assessment is needed, taking into account that MP call duration alone is not expected to adequately reject RF-EMF exposure to the brain.’ (https://www.annualreviews.org/doi/10.1146/annurev-publhealth-040218-044037 )

In Österreich und vielen anderen Ländern haben die zuständigen Behörden eine Einschätzung des Gesundheitsrisikos durch 5G abgegeben:

Zusammenfassend kommen sie alle zum Schluss, dass sich die Expositionshöhen nur kaum verändern werden und dass unter dem internationalen Kenntnisstand der Wissenschaft daraus keine Gesundheitsrisiken zu erwarten sind.

Österreich:
Das zuständige Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) hat eine aktuelle Stellungnahme veröffentlicht, die auf der Hompage des BMVIT abgerufen werden kann: https://www.bmvit.gv.at/telekommunikation/5g/faktencheck.html
Der Wissenschaftliche Beirat Funk als beratendes Gremium des BMVIT befindet zur vermuteten Gefärhlichkeit des Mobilfunks: "Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft kann gesagt werden, dass es bei Einhaltung der in Österreich verbindlich geltenden Grenzwerte für Mobilfunksendeanlagen, keinen Nachweis für eine Gefährdung der Gesundheit durch elektromagnetische Felder des Mobilfunks unterhalb der von der WHO/ICNIRP empfohlenen Grenzwerte gibt."
Die Stellungnahme des BMVIT widmet sich auch Mythen zur neuen Technologie, die im Netz große Verbreitung finden, aber entweder Fake News oder bewußte Panikmache sind.

Deutschland:
Das Bundesamt für Strahlenschutz schreibt: „Die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Wirkungen elektromagnetischer Felder auf den Menschen sind laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auch für 5G weitestgehend aussagekräftig. "Wenn der Aufbau der nötigen Infrastruktur umsichtig erfolgt, sind auch durch 5G keine gesundheitlichen Wirkungen zu befürchten" (http://www.bfs.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/BfS/DE/2018/010.html )

Finnland:
Die STUK (Strahlenschutz- und Atombehörde) hält fest:‘In the light of current information, exposure to radio frequency radiation from base stations will not rise to a significant level with the introduction of the 5G network. From the point of view of exposure to radio frequency radiation, the new base stations do not differ significantly from the base stations of existing mobile communication technologies (2G, 3G, 4G).’(https://www.stuk.fi/aiheet/matkapuhelimet-ja-tukiasemat/matkapuhelinverkko/5g-verkon-sateilyturvallisuus )

Norwegen:
Die DSA (Strahlenschutz- und Atombehörde) fasst zusammen:  ‘The overall research shows that the radiation from wireless technology is not hazardous to health, as long as the levels are below the recommended limit values. This is the prevailing view among researchers in many countries today, and it is supported by the EU Scientific Committee. We have used cell phones and radio transmitters for decades and much research has been done on how this affects our health. Risk factors of importance to public health have not been found. With the knowledge we have today, there is no need to worry that 5G is hazardous to health.’ (https://www.dsa.no/temaartikler/94565/5g-teknologi-og-straaling )

Großbritannien:
Die PHE (Public Health England) schreibt: „‘…the highest frequencies being discussed for future use by 5G are around ten times higher than those used by current network technologies, up to a few tens of GHz. Their use is not new, and they have been used for point-to- point microwave links and some other types of transmitters that have been present in the environment for many years. ICNIRP guidelines apply up to 300 GHz, well beyond the maximum (few tens of GHz) frequencies under discussion for 5G…The main change in using higher frequencies is that there is less penetration of radio waves into body tissues and absorption of the radio energy, and any consequent heating, becomes more confined to the body surface. It is possible that there may be a small increase in overall exposure to radio waves when 5G is added to an existing network or in a new area; however, the overall exposure is expected to remain low relative to guidelines and as such there should be no consequences for public health.’ (https://www.mobileimpact.info/wp-content/uploads/UK_2018_5G_official_FOI_PHE-RF-Advice-Summary-180228.pdf )

Schweden:
Die schwedische Strahlenschutzbehörde (SSM) hat Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppen zur Bewertung „strahlenschutzrelevanter Risiken der 5G-Technologie veröffentlicht. Das renommierte Karolinska Institut hat dazu die Studienlage bewertet und resümiert, dass keine neuen Wirkmechanismen zu erwarten sind. (https://www.stralsakerhetsmyndigheten.se/omraden/magnetfalt-och-tradlos-teknik/myndighetens-arbete-med-5g/)