Roaminggebühren abschaffen ist Bärendienst am Konsumenten

Österreichs Mobilfunkbetreiber stehen dem sukzessiven Wegfall der Roaminggebühren per EU-Verordnung skeptisch gegenüber, da sich der österreichische Markt aufgrund des kundenfreundlichen Wettbewerbes zu einem der günstigsten in der EU mit sehr niedrigen Endverbraucherpreisen entwickelt hat.

Die Mobilfunkbetreiber lukrieren durch in Österreich
telefonierende Touristen maßgebliche Roamingeinnahmen, die auch dazu beitragen, dass extrem günstige Privattarife angeboten werden können und gleichzeitig auch schwach besiedelte Gebiete - etwa in den alpinen Gegenden - über eine sehr gute Mobilfunkinfrastruktur verfügen. Mit dem Wegfall dieser Einnahmen kann es daher zu einer Verteuerung für österreichische Privatkunden - bei gleichzeitiger Stagnation der Qualität der Infrastruktur - kommen.

Von der Streichung der Roaminggebühren profitieren lediglich Kunden, die häufig in der EU unterwegs sind, also hauptsächlich beruflich Reisende. Der großen Mehrheit der Kunden, die etwa ihren Sommerurlaub im EU-Ausland verbringen, bieten die Betreiber schon heute günstige Roamingpakete an.

Deshalb sind die Bestrebungen der EU-Kommission sowohl aus der
Sicht der Kunden als auch aus der Sicht der Mobilfunkindustrie Treiber in die falsche Richtung.

Auch Arbeitsplätze betroffen

Jeder Entzug von Ertragsmöglichkeiten durch regulatorische Eingriffe hat direkte Auswirkungen auf die ohnehin angespannte Ertragslage der Mobilfunker. Darüber hinaus sind dringend nötige Investitionen und Arbeitsplätze in Österreich damit gefährdet.
So bedeutet beispielsweise ein Investment von 100 Mio. Euro die Schaffung von 1.500 Arbeitsplätzen bei Mobilfunkunternehmen, ihren Zulieferern und dem Bau-und Baunebengewerbe.