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Präsentation des Konsensusberichtes 'Gesundheit und mobiles Telefonieren

  • Keine Gefährdung der menschlichen Gesundheit
  • Einhaltung von Normen ist Voraussetzung

„Eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit ist weder durch den Gebrauch von Mobiltelefonen, noch durch den Betrieb von Sendestationen gegeben", lautet die Grundaussage eines Konsensusberichtes führender österreichischer Wissenschaftler zum Thema „Gesundheit und mobiles Telefonieren".

Aus gesundheitspsychologischer Sicht sei jedoch darauf hinzuweisen, so Univ. Prof. Dr. Michael Kunze, unter dessen Leitung der Bericht erstellt wurde, daß eine vermutete Gesundheitsbedrohung, unabhängig davon, ob sie tatsächlich bestehe oder nicht, bei Menschen Streß oder Angst auslösen kann. „Auf umfassende und seriöse Information der Bevölkerung ist deshalb besonderer Wert zu legen", so Kunze.


Biologische Wirkungen

Funkwellen hätten nicht bereits an sich ein Schädigungspotential. Gerade dies sei der Grund, weshalb unterhalb eines gewissen Pegels gesundheitsrelevante Wirkungen grundsätzlich ausgeschlossen werden könnten.
Das Potential intensiver hochfrequenter elektromagnetischer Felder, gravierende Wärmewirkungen zu verursachen, werde z.B. in Form des Mikrowellenherdes ausgenützt. Es gebe deshalb ein biologisches Gefährdungspotential, das im Mobilfunk durch die Einhaltung von Grenzwerten ausgeschlossen werden müsse.
Österreich ist dabei der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation gefolgt und hat die Grenzwerte in der ÖNORM S1120 so festgelegt, daß selbst unter Berücksichtigung von Risikogruppen und ungünstigsten klimatischen Bedingungen nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Wohlbefinden sichergestellt ist. Die WHO hat die Grenzwerte im November 1996 neuerlich überprüft und für bei weitem ausreichend befunden.
„Bei Einhaltung der geltenden Grenzwerte ist eine Beeinflussung der Gesundheit und des Wohlbefindens selbst im zugänglichen Nahbereich von GSM-Basisstationen nicht anzunehmen", meinte Univ. Prof. DI Dr. Norbert Leitgeb vom Institut für Biomedizinische Technik der TU Graz.

Sogenannte nichtthermische Wirkungen existieren zwar, es konnte aber in der bisherigen Forschung kein Nachweis einer gesundheitlichen Bedeutung und kein Nachweis einer Verursachung durch Strahlenexposition gefunden werden. Eine endgültige Klärung dieser Frage ist allein deshalb nicht möglich, weil der Beweis des Fehlens von Wirkungen schon aus wissenschaftstheoretischen Gründen nicht erbracht werden kann.

Indirekte Wirkungen
Untersuchungen zu indirekten Wirkungen im Sinne der Störbeeinflussung elektronischer Geräte durch die Felder von GSM-Mobilfunkstationen, insbesonders am Körper getragener medizinischer Geräte wie Hörhilfen oder implantierter Geräte (Herzschrittmacher, implantierte Defibrillatoren, Cochlearimplantate oder implantierte Nervenstimulatoren) zeigen, so der Bericht, daß selbst bei den höheren lokalen Pegeln von direkt in der Brusttasche getragenen, aktivierten Handys eine Störbeeinflussung nur bei einigen wenigen Herzschrittmachermodellen auftreten kann. „Hier muß eine Beratung durch den behandelnden Arzt erfolgen", so Univ. Prof. Dr. Oswald Jahn von der Universitätsklinik für Innere Medizin am Wiener AKH.

Während durch den Betrieb von Handys elektronische Geräte gestört werden könnten und dies z.B. durch ein entsprechendes Handy-Verbot in kritischen Bereichen (etwa nahe lebenserhaltenden elektromedizinischen Geräten im Krankenhaus) berücksichtigt wurde, seien aufgrund des wesentlich geringeren Pegels von GSM-Mobilfunkstationen keine Störbeeinflussungen elektronischer Geräte bekannt.

Mobilfunk und TV: ein Vergleich
Das Fernsehprogramm ORF 2 und Mobilfunk arbeiten im gleichen Frequenzband (UHF). Das Fernsehen ist die viel ältere Technik und benötigt daher mehr als tausendfach größere Feldstärken zur störungsfreien Funktion. Die elektromagnetischen TV-Felder, denen die Bevölkerung kontinuierlich ausgesetzt ist, seien daher zwangsläufig höher als jene des Mobilfunks. Die effektiven Sendeleistungen aller GSM-Mobilfunkstationen in Österreich zusammengenommen sind kleiner als die effektive Sendeleistung jedes einzelnen ORF-Großsenders (Kahlenberg, Patscherkofel, Gaisberg etc.) im UHF-Band.