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Fragen und Antworten
  • Wie funktioniert Mobilfunk?
    Mobiltelefone kommunizieren nicht direkt miteinander wie Funkgeräte, sondern über die Antennen von Mobilfunkanlagen (Basisstationen). Die Verbindung vom Mobiltelefon zur Mobilfunkanlage (und umgekehrt) wird über ein Funksignal in Form von elektromagnetischen Wellen hergestellt. Von den Mobilfunkanlagen wird das Gespräch bzw. die Datenübertragung dann entweder per Richtfunk oder Kabel an einen Zentralrechner weitergeleitet, der das Gespräch weiter vermittelt bzw. die weitere Datenübertragung übernimmt.

    Jede Mobilfunkanlage versorgt eine oder mehrere so genannte Funkzelle. Die Größe der Funkzellen und die Anzahl der Mobilfunkanlagen ist abhängig von der Zahl der Nutzer und der angeforderten Datenrate. Eine steigende Nutzerzahl und eine höhere Datenrate erfordern ein dichteres Mobilfunknetz, das heißt mehr Mobilfunkanlagen.
  • Werden bestehende Handymasten von Mobilfunkbetreibern gemeinsam genutzt?
    Das Telekommunikationsgesetz sieht die gemeinsame Nutzung von Masten vor, wenn dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist. Aus Zeit- und Kostengründen ist die Mitnutzung von Handymasten (auch "Site-Sharing" genannt) für die Mobilfunkbetreiber oftmals die günstigste Lösung ihr Netz zu erweitern. Vor allem aus funktechnischen und baulichen Gründen sowie aus Gründen des Ortsbildschutzes ist es aber nicht immer möglich, Handymasten gemeinsam zu nutzen.
  • Warum gibt es mehrere Mobilfunkbetreiber am Markt?
    Ziel der Europäischen Union bei der Liberalisierung des Telekommunikationsmarkts war mehr Wettbewerb, um die Innovationen in diesem wichtigen Bereich zu beschleunigen. Dafür haben die einzelnen Mitgliedstaaten Lizenzen an mehrere Unternehmen mit der Auflage vergeben, dass für jede Lizenz eine eigene Infrastruktur erstellt wird. Das hat nicht nur sehr rasch zu einer nahezu flächendeckenden Versgorgung mit modernen Mobilfunk-Dienstleistungen geführt, sondern auch die Preise sind durch den intensiven Wettbewerb stetig gesunken. Die Mobilfunktarife in Österreich gehören zu den niedrigsten in Europa. Darüber hinaus schaffen mehrere eigenständige Netze Ausfallssicherheit und Verlässlichkeit der Kommunikationswege auch in Not- und Katastrophenfällen. Das Monopol eines einzelnen Mobilfunkunternehmens hätte keine wesentliche Reduktion von Mobilfunkanlagen zur Folge, da die Anzahl der Kunden, die versorgt werden muss, gleich bleibt.
  • Warum werden auch in Wohngebieten und Ballungsräumen Mobilfunkanlagen errichtet?
    Mobilfunkanlagen müssen aus technischen Gründen dort errichtet werden, wo Nachfrage besteht - und die ist in dicht besiedeltem Gebiet naturgemäß sehr hoch. Da Mobilfunkanlagen mit sehr niedrigen Sendeleistungen arbeiten, versorgen sie nur relativ kleine Bereiche, so genannte Funkzellen. Ähnlich wie Straßenlaternen, die in kurzen Abständen stehen müssen, um eine Straße vollständig auszuleuchten.
  • Wie werden Standorte für Mobilfunkanlagen ausgewählt?

    Am Anfang der Standortsuche steht der Kundenbedarf nach besserer Mobilfunkversorgung in einem bestimmten Gebiet. Daraufhin bekommt die Funknetzplanung eines Mobilfunkbetreibers den Auftrag, das Mobilfunknetz in diesem Bereich zu optimieren. Dafür wird zunächst geprüft, ob durch Optimierung der eigenen Anlagen eines Betreibes der Kundenbedarf im zu versorgenden Gebiet gedeckt werden kann. Wenn das nicht möglich ist, wird die bestehende Infrastruktur auch der anderen Mobilfunkbetreiber geprüft. Wenn diese geeignet ist, wird eine Mitnutzungsanfrage an den betreffenden Mitbewerber gestellt und ein bestehender Standort mitbenutzt. Ist keine Mitnutzung eines bestehenden Standorts (Sharing) möglich, muss ein neuer Standort gesucht werden. Dafür wird jeder mögliche Standortalternative zuerst auf seine funktechnische Eignung überprüft. Denn die Funkzellen, die zur Abdeckung eines Gebiets bestimmt sind, müssen in die wabenartige Struktur eines Mobilfunknetzes eingepasst werden, damit es nicht zu Störungen mit anderen Funkzellen kommt und eine optimale Versorgung der Mobilfunknutzer erreicht werden kann.

    Die ausgeklügelte Netzarchitektur ist nur einer von vielen Aspekten, die bei der Standortwahl zu berücksichtigen sind: Im Rahmen des Netzausbaus sind die Betreiber verpflichtet, zahlreiche Regelungen und gesetzliche Vorschriften zu beachten, die den Gesundheitsschutz der Bevölkerung und die Einhaltung von Bauvorschriften genauso gewährleisten wie den Schutz des Ortsbildes und der Landschaft. Die Betreiber sind auch gesetzlich verpflichtet, Standorte gemeinsam zu nutzen, sofern dies bautechnisch und funktechnisch möglich ist. Bei der Errichtung einer neuen Anlage spielen darüber hinaus auch Bebauung, Bewuchs und die Topographie im zu versorgenden Gebiet eine wichtige Rolle.

  • Warum sind neue Mobilfunkanlagen notwendig?
    Einerseits führt die immer intensivere Mobilfunknutzung durch die Kunden dazu, dass neue Anlagen errichtet werden müssen, um den Bedarf an guter Versorgung mit Mobilkommunikation zu sichern. Andererseits erfordern neue Übertragungs-Technologien (wie beispielsweise LTE) und andere, höhere Frequenzbereiche (zum Beispiel arbeitet LTE aktuell auf 2,6 GHz) neue Anlagen um das Netz zu verdichten. Denn die Reichweite elektromagnetischer Felder in höheren Frequenzbereichen (wie zum Beispiel 2,6 GHz) ist geringer als in niedrigen Frequenzbereichen (beispielsweise GSM im Bereich 900 MHz).

    Neue Mobilfunk-Technologien bringen höhere Geschwindigkeiten im mobilen Datenverkehr. Mobiles Arbeiten wird dadurch noch flexibler und vor allem schneller. Zudem haben moderne Technologien den Vorteil, dass sie effizienter arbeiten und so mit weniger Sendeleistung mehr Gespräche abgewickelt und größere Datenmengen übertragen werden können. Um den steigenden Bedarf an mobilem Breitband-Internet zu decken, erfolgt der Ausbau - wo dies funktechnisch und baulich möglich ist - an bestehenden Standorten.
  • Was sind Netzabdeckungskarten?
    Die Netzabdeckungskarten der einzelnen Mobilfunkbetreiber sollen grob die Verfügbarkeit von Mobilfunk-Dienstleistungen, wie beispielweise Telefonieren, SMS, MMS, Email, Internetzugang, veranschaulichen.

    Bitte beachten Sie, dass es sich bei der in der Karte eingezeichneten Mobilfunk-Versorgung um ungefähre Angaben handelt und die tatsächliche Empfangsqualität von Faktoren wie beispielsweise örtlichen Gegebenheiten abhängen und daher von der Karte abweichen können.

    A1 Telekom Austria
    T-Mobile Austria
    Hutchison 3G Austria

  • Welche Grenzwerte gelten in Österreich?
    Die Österreichweit geltenden Grenzwerte bzw. Referenzwerte wurden von der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) entwickelt und werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem EU-Rat empfohlen. In Österreich sind sie darüber hinaus in der ÖVE/ÖNorm E 8850 festgesetzt und gelten BUNDESWEIT verbindlich.

    Frequenzbereich Referenzwert (S) System
    900 MHz 4,5 Watt/m² GSM 900
    1800 MHz 9 Watt/m² GSM 1800
    2000 MHz 10 Watt/m² UMTS
    2600 MHz 10 Watt/m² LTE


    In der Praxis liegen die Immissionen der Mobilfunkstationen üblicherweise um den Faktor 100 bis Faktor 1.000 unter den Grenzwerten.
  • Beeinträchtigt Mobilfunk die Gesundheit?
    Der Schutz der Gesundheit wird durch das international anerkannte Grenzwerteschutzkonzept gewährleistet. Diese Grenzwerte wurden von der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) entwickelt und werden unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Union (EU) empfohlen. Auch nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand ist bei Einhaltung der Grenzwerte keine gesundheitliche Beeinträchtigung durch Mobilfunk zu erwarten.

    Neue wissenschaftliche Erkenntnisse über elektromagnetische Felder (wie beispielsweise Mobilfunkfelder bzw. "Handystrahlung") werden regelmäßig durch unabhängige internationale und nationale Institutionen bewertet, wie beispielsweise von der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK), vom niederländischen Gesundheitsrat, von den skandinavischen Strahlenschutzbehörden oder vom österreichischen Wissenschaftlichen Beirat Funk (WBF). Sie alle kommen zu dem Schluss, dass bei Einhaltung der international anerkannten Grenzwerte weder eine gesundheitliche Beeinträchtigung (z.B. Migräne, Schlafstörungen, Nervosität, erhöhter Blutdruck) noch eine Beeinflussung des Allgemeinbefindens durch Mobilfunk gegeben sind. Es gibt auch keinen Nachweis, dass ein Zusammenhang zwischen hochfrequenten elektromagnetischen Feldern und Krebserkrankungen besteht.
  • Senden Mobilfunkanlagen (Basisstationen) rund um die Uhr?
    Mobilfunkanlagen senden regelmäßig ein Signal an eingeschaltete Mobiltelefone in ihrem Versorgungsgebiet. Nur so ist sichergestellt, dass im Falle eines Anrufs auch gleich die richtige Verbindung hergestellt wird. Die Sendeleistung einer Mobilfunkanlage ist vom Gesprächs- und Datenaufkommen abhängig. Werden in einer Funkzelle sehr viele Daten heruntergeladen bzw. telefonieren viele Mobilfunknutzer gleichzeitig, müssen zusätzliche Kapazitäten eingesetzt werden. Bei geringer Auslastung ist die Sendeleistung der Mobilfunkanlage entsprechend niedriger.

    Die in Österreich verbindlich geltenden Grenzwerte berücksichtigen jedenfalls auch die maximale Dauerexposition durch elektromagnetische Felder von Mobilfunkanlagen und Mobiltelefonen. Und selbst in dem extremen Fall, dass Mobilfunknutzer an sieben Tagen pro Woche jeweils 24 Stunden mobil telefonieren, ist nicht von einer gesundheitlichen Beeinträchtigung auszugehen.
  • Sind in der Nähe von Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern zusätzliche Vorsorgemaßnahmen erforderlich?
    Die von der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung ICNIRP festgelegten, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Union (EU) empfohlenen und in Österreich verbindlich geltenden Grenzwerte für elektromagnetische Felder enthalten einen 50fachen Sicherheitsfaktor, der den Gesundheitsschutz auch für empfindliche Personengruppen wie Kranke, Kinder, Schwangere und ältere Menschen gewährleistet. Es sind daher keine zusätzlichen Vorsorgemaßnahmen in der Nähe von Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern erforderlich.
  • Wer überprüft in Österreich die Einhaltung der Grenzwerte für elektromagnetische Felder?
    Die Überprüfung der Grenzwerte obliegt in Österreich dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und dessen nachgeordneten Fernmeldebehörden, das sind die regional zuständigen Fernmeldebüros in Wien, Linz, Innsbruck und Graz.
  • Was ist „Elektrosmog“?
    Elektrosmog ist ein Kunstwort, das aus den beiden Begriffen "Elektromagnetische Felder" und "Smog" (aus englisch "smoke" = Rauch und "fog" = Nebel) gebildet wurde. Der Begriff "Smog" kennzeichnete ursprünglich die unerwünschte Konzentration von städtischen Abgasen. Elektrosmog bezeichnet plakativ die Summe sämtlicher elektromagnetischen Felder durch Hochspannungsleitungen, Richt- und Rundfunksender, Mobil- und Funktelefone sowie Haushaltsgeräte, Computer u.v.m..

    Die Vorstellung, elektromagnetische Felder hätten ähnliche Auswirkungen wie umweltverschmutzende Abgase, führt aber in die Irre. Elektromagnetische Felder können sich nämlich nicht im Körper anreichern. Und elektromagnetische Felder verschwinden, wenn man den Sender ausschaltet - ganz anders als materielle Stoffe wie Rauch oder Abgase.
  • Welche Grenzwerte gelten in anderen Ländern?
    Österreich vertraut in Sachen Grenzwerte bzw. Referenzwerte für elektromagnetische Felder der EU-Ratsempfehlung von 1999/519/EG, wie die meisten europäischen Länder. Diese Empfehlung beruht auf dem breiten wissenschaftlichen Konsens, der zu dieser Frage von der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) erzielt wurde. In einigen Ländern gelten dennoch andere Grenzwerte. Die Schweiz und Italien haben nur für Mobilfunkstationen niedrigere Anlagengrenzwerte angesetzt. In Rußland und einigen Staaten des ehemaligen "Ostblocks" gilt ein komplett anderes Grenzwertekonzept, das auf Basis miltärischer Nutzung niedrigere Grenzwerte kennt. In den USA beispielsweise gelten leicht höhere Grenzwerte. Zur Schweiz: Dort gelten grundsätzlich für die gesundheitliche Betrachtung auch die von der ICNIRP erarbeiteten Grenzwerte, es gibt aber für Mobilfunkstationen niedrigere Anlagengrenzwerte, die sich allerdings nur auf so genannte "Orte mit empfindlicher Nutzung" beziehen. Die politische und gesellschaftliche Diskussion über Mobilfunk und Gesundheit wurde durch diese wissenschaftlich nicht begründbare Senkung der Anlagengrenzwerte jedoch nicht beruhigt.

    In Österreich gelten die international anerkannten Grenzwerte von Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Europäischer Union (EU), die einen 50fachen Reduktionsfaktor enthalten und den vorsorgenden Gesundheitsschutz der Bevölkerung gewährleisten. 
     
    Frequenzbereich Referenzwert (S) System
    900 MHz 4,5 Watt/m² GSM 900
    1800 MHz 9 Watt/m² GSM 1800
    2000 MHz 10 Watt/m² UMTS
    2600 MHz 10 Watt/m² LTE


  • Was wären die möglichen Folgen einer Grenzwertsenkung in Österreich?
    Die willkürliche Absenkung der Grenzwerte könnte unterschiedliche Auswirkungen zur Folge haben, wie beispielsweise:

    • - schlechte Versorgungsqualität (kein flächendeckendes Notrufsystem)
    • - mehr Mobilfunkstationen und weniger gemeinsame Nutzung
    • - eingeschränkte Mobilität und geringere Versorgungsstabilität
    • - höheren Expositionen des Einzelnen durch mehr Zellwechsel
    • - Verhinderung von Zukunftstechnologien und
    • - Mehraufwand bei den Baubehörden durch neue Standorte
  • Wo bekomme ich Auskunft über Mobilfunkanlagen in meiner Nähe?
    Informationen über lokale Standorte von Mobilfunkanlagen liegen zum Großteil bei den örtlichen Kommunalbehörden auf. Darüber hinaus geben auch die Mobilfunkbetreiber oder das Forum Mobilkommunikation gerne Auskunft.

    Im Internet gibt es mit dem Senderkataster unter der Internetadresse www.senderkataster.at eine Übersichtskarte, in der die Standorte der Mobilfunkanlagen verzeichnet sind.


  • Wie wird ein Funknetz geplant und was ist dabei zu beachten?

    Die Funknetzplanung ist ein dynamischer Prozess. Um in einem Gebiet eine optimale Versorgung mit Mobilfunk gewährleisten zu können, muss das Funknetz laufend überprüft und angepasst werden, da sowohl ein geändertes Telefonieverhalten als auch bauliche Adaptionen und Neubauten im Versorgungsgebiet Auswirkungen auf das Funknetz haben können. Zu den Optimierungsmaßnahmen gehören auch Erweiterungen um neue Standorte, wenn festgestellt wird, dass nicht ausreichende Kapazitäten zur Abwicklung aller Gespräche im Versorgungsbereich verfügbar sind.

    Für die Wahl eines neuen Standorts muss zunächst die Versorgungslage in dem Gebiet und dessen funktechnische Eignung geprüft werden. Unter Berücksichtigung der topografischen Bedingungen vor Ort wird ein Suchkreis festgelegt, in dem der (Funknetzplaner eines) Mobilfunkbetreibers die möglichen Standorte für die Errichtung einer Basisstation prüft. Dabei leisten spezielle Computerprogramme wertvolle Hilfe, die die Funkzellen bestmöglich der Bebauung und der Geländeform anpassen. Die Anzahl der zu errichtenden Mobilfunkantennen lässt sich mit der Erhebung des Gesprächs- und Datenvolumens errechnen. Naturgemäß ist die Nachfrage in dicht besiedeltem Gebiet sehr hoch. Mobilfunkanlagen arbeiten mit sehr geringen Sendeleistungen, weshalb in Gebieten mit vielen Mobilfunkkunden nur ein relativ engmaschiges Netz an Basisstationen eine gute Netzqualität sicherstellen kann. Doch eine ausgeklügelte Netzarchitektur ist bei der Standortwahl nur einer von vielen Aspekten, die zu berücksichtigen sind: in der Funknetzplanung müssen auch baurechtliche, städtebauliche und immissionsrechtliche Auflagen erfüllt werden.

    Die Betreiber sind überdies gesetzlich verpflichtet, Standorte gemeinsam zu nutzen, sofern dies bautechnisch und funktechnisch möglich ist. Planungskonzepte von Drittanbietern wie Ingenieur- und Baufirmen beschränken sich meist auf eine theoretische Feldstärkenanalyse, vernachlässigen wichtige Faktoren der Funknetzplanung wie technische Randbedingungen, Kapazitätsanforderungen und –prognosen sowie die Prüfung der Standorteignung und erweisen sich in der Praxis für den Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur als ungeeignet.

  • Was ist LTE?
    LTE steht für Long Term Evolution (Langfristige Entwicklung) und stellt eine Weiterentwicklung der bestehenden Mobilfunkstandards für schnellere Datenübertragung und größere Übertragungskapazität dar. Der neue Standard ermöglicht Übertragungsraten von über 100 Mbit/s im Downlink (vom Netz zum Nutzer). Viele bewährte technische Eigenschaften der etablierten Mobilfunktechnologien GSM und UMTS bleiben erhalten, z. B. die automatische Anpassung der eingesetzten Sendeleistung auf das minimal nötige Maß.
  • Was ist neu an der LTE-Technik?
    Der technische Fortschritt von LTE besteht in einer Steigerung der Datenübertragungsrate, einer verkürzten Signal-Laufzeit und einer höheren Flexibilität bei der Frequenznutzung. Als Übertragungsverfahren wird im Downlink (von der Mobilfunkstation zum Endgerät) OFDM (Orthogonal Frequency Division Multiplex) verwendet. Im Uplink (vom Endgerät zur Mobilfunkstation) kommt das ähnliche SC-FDMA (Single Carrier Frequency Division Multiple Access) zum Einsatz, das eine effizientere Nutzung mobiler Sendeverstärker erlaubt. Die Datenübertragung basiert auf dem Internet-Protokoll (IP). Aufgrund der stärkeren Integration der Daten-Verarbeitung und Netz-Konfiguration in der Basisstation entfallen einige bisher benötigte Netzelemente, sodass die Netzarchitektur einfacher wird. Durch diese Maßnahmen steigt die Datenübertragungsrate auf über 100 Mbit/s, die Latenzzeit (Zeitdauer, die ein Datenpaket vom Absender zum Ziel benötigt) sinkt auf 20 ms.
  • Was ändert sich an den Mobilfunknetzen durch LTE?
    Die bestehenden Mobilfunknetze werden um LTE-Anlagen erweitert. Soweit es möglich ist, wird die bestehende Infrastruktur zum LTE-Aufbau genutzt. Neue Standorte wird es kaum geben. Die bestehenden Mobilfunknetze stehen den Kunden weiterhin zur Verfügung.
  • Wie viele Standorte werden für LTE benötigt?
    Wie schon bei den bestehenden Systemen, ist auch bei LTE die Dichte der Anlagen abhängig von der Nutzung durch die Kundinnen und Kunden und von der eingesetzten Funkfrequenz. Sicher ist jedoch, dass für den Aufbau von LTE vorrangig bereits vorhandene Mobilfunkstandorte genutzt werden sollen. Abhängig vom jeweiligen Standort können dazu bauliche Anpassungen erforderlich sein.
  • Wie ist der Zeitplan für die LTE-Einführung?
    Die Auflagen der Telekom-Control-Kommission (TKK) zu den Frequenzbescheiden sehen unter anderem vor, dass 25% der Österreichischen Bevölkerung bis Ende 2013 Zugang zu schnellen mobilen Breitbanddiensten erhalten. Die ersten LTE-Stationen sind bereits in Betrieb gegangen und auch die ersten LTE-Datenmodems sind bei den Mobilfunkbetreibern schon erhältlich.
  • Wie viele Netzbetreiber bauen LTE-Netze auf?
    Alle 4 Mobilfunkbetreiber haben Frequenzen im Bereich 2,6 GHz ersteigert und werden diese zum Einsatz von LTE nutzen. Im Frequenzbereich 800 MHz (oberer Bereich der "Digitale Dividende"), der ebenfalls für LTE-Technologie geeignet ist, soll Ende 2011/Anfang 2012 die Frequenzauktion erfolgen. Die genauen Bedingungen sind derzeit noch nicht bekannt.
  • Wie sehen LTE-Standorte aus?
    LTE-Anlagen sind von anderen Mobilfunkanlagen kaum zu unterscheiden. Die Antennen werden etwas breiter und sind in der Höhe mit UMTS-Antennen vergleichbar. Durch den technischen Fortschritt ist das erforderliche System-Equipment kleiner geworden und benötigt daher weniger Platz am Standort.
  • Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten für den LTE-Ausbau?
    Für den LTE-Ausbau gelten die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen, unter anderem des Baurechts und des Telekommunikationsgesetzes.
  • Wird die Gemeinde über die Errichtung von LTE informiert?
    Die Mobilfunkbetreiber werden den Gemeinden entsprechend der freiwilligen Vereinbarung mit dem Gemeindebund über den Informationsfluss bei der Errichtung neuer Mobilfunk-Anlagen aus dem Jahr 2001 die entsprechenden Informationen vor Errichtung der LTE-Anlage der jeweiligen Gemeinde zur Verfügung stellen.
  • Ist die sichere Nutzung von LTE gewährleistet?
    Die Einhaltung der von der internationalen Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (ICNIRP) erarbeiteten Grenzwerte, die in Österreich gemäß Telekommunikationsgesetz §73 (2) mit der ÖVE/ÖNORM E 8850 für ganz Österreich verbindlich gelten, gewährleistet die sichere Nutzung auch der LTE-Technologie.
  • Gibt es gesundheitliche Auswirkungen durch LTE-Mobilfunkfelder?
    Die Frage, ob die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks negative gesundheitliche Auswirkungen haben, ist in den vergangenen Jahren umfassend untersucht worden. Diese Forschungsergebnisse können auch für die Bewertung der LTE-Technologie herangezogen werden. Nach Auffassung der relevanten nationalen wie internationalen Fachgremien gibt es bei Einhaltung der Grenzwerte kein gesundheitliches Risiko durch die Mobilfunktechnologie.