Das Handy passt sich an
Spracherkennungssoftware erleichtert Sehgeschädigten und Blinden die Bedienung des Telefons: Mit gesprochenen Anweisungen können sie durch die Gerätefunktionen navigieren und Nummern wählen. Manche Software ist schon so ausgereift, dass sie ganze Sätze und Fragen „verstehen“ und darauf reagieren kann. Spezielle Programme und „Apps“ – Anwendungen für Smartphones – lesen SMS vor und wandeln die gesprochenen Antworten in Text um. Für Blinde hilfreich ist eine Kombination aus Spracherkennung und Handykamera: Was die Kamera sieht, liest die Software vor, zum Beispiel Schilder oder Speisekarten. Auch gibt es Handys, die statt eines Displays eine Leiste mit kleinen Drahtstiften besitzen, die Braille-Zeichen fühlbar machen.
Hörgeschädigte und Taubstumme müssen ebenfalls nicht auf mobiles Telefonieren verzichten. Visuelle Signale zeigen eingehende Anrufe oder Nachrichten an. Bei manchen Handys lässt sich die Hörerlautstärke entsprechend einstellen oder an ein Hörgerät anpassen. Über Bluetooth kann auch eine drahtlose Verbindung vom Telefon zum Hörgerät hergestellt werden. Neue Chancen bieten Smartphones: Dank Handykamera und schnellem Internetzugang können Gehörlose per Videotelefonie in Gebärdensprache miteinander kommunizieren.
Applikationen für den Alltag
Menschen mit sensorischen oder körperlichen Einschränkungen können sich nützliche Apps auf ihr Smartphone laden. Beispielsweise gibt es Anwendungen, die barrierefreie Wege durch die Stadt zeigen oder über behindertengerechte Parkplätze, Restaurants oder Museen informieren. Die Nutzerinnen und Nutzer können ihre Erfahrungen beisteuern und interaktiv die Liste vervollständigen. Die Kamera eines Smartphones lässt sich mithilfe einer App auch als Lupe nutzen – sie vergrößert das von der Kamera aufgezeichnete Bild. Auch können Apps Wörter in Gebärdensprache übersetzen und die entsprechende Gebärde in einem Video zeigen – das ist vor allem auch für Angehörige oder Freunde von Taubstummen und Hörgeschädigten interessan.
Jeder Mensch und seine Einschränkung ist anders und braucht individuelle technologische Unterstützung. Die Global Accessibility Reporting Initiative (GARI), ein Projekt des Mobile Manufacturers Forum, bietet auf ihrer Website eine Datenbank verfügbarer Modelle für Menschen mit Behinderungen: http://mobileaccessibility.info
Quelle: Pressaussendung des IZMF